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Detlev Hoffmann

Wohnort: Hannover und Marklendorf

Beruf: Grafik-Designer

Drachenflieger: 1981 bis 1987 – wieder aktiv seit 2007

Ausrüstung:

Drachen: Aeros “Combat 13.7 GT”, A-I-R “Atos VRQ”

Gurt: Aeros “Viper II”

Rettung: Charly “Clou II SAS”

Vario: Flytec “6030″

Helm: 4fight Integral Long Tail

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1981 (ich war gerade 15 Jahre alt) begann ich mit der Drachenfliegerei. Motiviert und unterstützt durch meinen Vater, der selbst bereits 1978 mit dem damals manchmal noch recht abenteuerlichen Sport begann, machte ich meine ersten Hüpfer in der Drachenflugschule von Elmar Müller (…wer kennt ihn nicht?) im Sauerland.

Pünktlich mit 16 (früher ging’s ja nicht) machte ich den A-Schein und flog zusammen mit meinem Vater zunächst einen “Superfex II” von Finsterwalder und ein gutes Jahr später dann einen “Azur” von La Mouette. 1985 hatte ich mir dann meinen ersten ganz neuen Drachen zusammengespart – einen damals gerade erst bei der WM vorgeführten “Hermes” (ebenfalls La Mouette). Der Hermes war eines der ersten Geräte mit VG, schweineschnell (“Laufen, laufen, laufen …”) und hatte die Landeeigenschaften eines Albatros’. Aber in der Luft war er einfach genial.

1987 war für mich dann erst einmal Schluß mit der Fliegerei. “Warum hast Du denn eigentlich aufgehört?”, fragen mich Freunde manchmal. Ich sage dann immer: “Ich habe nicht aufgehört, ich hatte nur 20 Jahre lang nicht mehr die Möglichkeit dazu!”. Es mag ja Leute geben, die einfach aufhören. Bei mir war das aus verschiedenen Gründen eher unfreiwillig.

Im Dezember 1986, ich war 20 Jahre alt, hatte gerade das Abi gemacht und war beim Bund, wurde mein Auto gestohlen (ohne Auto = nix fliegen). Im Frühjahr hatte ich mir dann einen durchgerosteten Passat erspart, der mich zwar mobil, aber auch arm machte. Ende April kam dann das Aus in Sachen Drachenfliegen: Bei einer schlechten Landung verbog ich ein Steuerbügelrohr. Heute schmunzelt man vielleicht darüber, aber unter den gegebenen Umständen hatte ich einfach kein Geld für ein Ersatzteil.

Meine Versuche, mir das Geld bei den Eltern zusammenzupumpen, schlugen auch fehl. Sie waren (OK, heute verstehe ich das — vielleicht) der Meinung, ich hätte dringendere Verpflichtungen und größere Löcher zu stopfen. Immerhin war ich nach der BW-Zeit erst einmal arbeitslos, hatte eine erste eigene Wohnung bezogen, die bezahlt werden wollte, hatte einen geldschluckenden Schrotthaufen (Passat), noch keinen Studienplatz und und auch noch keine Praktikumsstelle, die ich für das FH-Studium benötigte (aber auch kein Geld oder einen Steuerbügel brachte).

In den folgenden Jahren verbesserte sich die Situation nicht wesentlich. Irgendwann hätte ich mir zwar einen neuen Steuerbügel kaufen können, aber schon 1988 wurde mein Rettungssystem (es stammte noch von meinem Vater, der schon seit Jahren nicht mehr flog) 10 Jahre alt und mußte ausgemustert werden. 800 bis 1.000 DM für einen Studenten im ersten Semester … unmöglich. Etwa zur selben Zeit wurde der Pflichtcheck für Drachen eingeführt. Eine ebenso teure Angelegenheit, die mich bestimmt eine Unterverspannung gekostet hätte.

So ging die Zeit ins Land. Ich beschloß, die komplette Ausrüstung zu verkaufen, so lange ich wenigstens noch etwas Geld dafür bekam und war entschlossen, zu warten, bis ich wieder etwas mehr Zeit und Geld für einen neuen Anfang hatte. Das es 20 Jahre dauern würde, hatte ich nicht gedacht. Immer gab es Wichtigeres, immer ging es um mehr, als nur das Vergnügen, immer wieder mußte die Fliegerei nach hinten geschoben werden und immer größer wurde auch der Abstand zum ganzen Thema. Aber aus dem Kopf hatte ich den Gedanken ans Fliegen nie löschen können.

Es ist, wie Leonardo da Vinci schrieb: “Wenn du einmal Fliegen empfunden hast, wirst Du immer auf der Erde wandeln mit den Augen himmelwärts gerichtet, denn dort bist du gewesen und dort wird es dich immer wieder hinziehen”.

Im Herbst 2006 zeichnete sich eine eindeutige Verbesserung der Gesamtlage (was die Fliegerei angeht) ab. Beruflich und privat wurde es ruhiger. Nach fast 20 turbulenten Jahren sah es so aus, als würde sich etwas Zeit und Geld für einen neuen Anfang finden.

Ein neuer Anfang …
Ich würde sicher ganz von vorn anfangen müssen; Stunden und Tage am Übungshang auf dem Bauch herunter rutschen, Therorie büffeln und Scheine machen müssen. Ich nahm mir fest vor, niemandem von meiner Fliegervergangenheit zu erzählen. Das konnte nur peinlich werden. Ende März 2007 schrieb ich dann eine E-Mail an Udo Wilhelm. Ihn kannte ich (vom Sehen) noch von “Früher”. Ich schilderte ihm kurz meine Situation und bat ihn, mich irgendwie wieder in die Luft zu bringen. Als wir einige Tage später telefonierten, machte er mir Mut und sagte: ” … das ist, wie’s Fahrradfahren. Das verlernst du nicht!”. “OK”, sagte ich, “wie viele Leute kennst du, die 20 Jahre nicht geflogen sind?” “Keinen”, antwortete er. Ich war total beruhigt.

Wirklich beruhigt, war ich, als ich kurz darauf beim DHV anrief, und man mir sagte, dass zumindest mein A-Schein noch gültig sei und ein Auffrischungsnachweis für eine Umschreibung auf den heutigen A-Schein genügen würde.

Wie es dann weiter ging und weiter geht, lest ihr hier

Viel Spaß,

Detlev

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