Am letzten Freitag fuhr ich um 12 Uhr direkt von der Arbeit mit dem Drachen beladen durch nach Neumagen. Als ich ankam wurden meine bedenken mit weit über 40km/h Wind mit Böen bis an die 60km/h bestätigt. Ca. 10 Drachen waren mit meinem aufgebaut. Wir warteten bis 16 Uhr, als der Erste startete, was meines Erachtens schon eine Glücksache war, was sich auch später bestätigen sollte. Ich hoffte nur, dass sich jetzt kein Lemming-Effekt einstellt und sich jeder die Bedingungen schönredet, was
weiter…zum Glück auch nicht der Fall war. Um 17:30 Uhr waren die Bedingungen immer noch unverändert und ca. 50% bauten am Startplatz ab. Ich wollte noch abwarten und auf das Sagen umwogene “Moselwunder” warten.
Ein sehr guter Fliegerfreund machte sich zu diesem Zeitpunkt mit seinem Twister startklar und wir gaben ihm Starthilfe. Nach dem ersten Schritt erfasste Ihn jedoch eine Böe, sodass die Schräglage immer größer wurde und er ca. 45° zur Rampe links den Hang hinunter raste. Nach paar Sekunden verschwand er hinter der ersten Baumkuppe mit einem Höllen Zahn und ich dachte er hat es geschafft- doch im selben Augenblick gab es ein fürchterliches Geräusch, als ob ein Jumbo eine riesige Waldschneise zieht.
Drei Sekunden später hörte ich ein lautes Schreien: ” RIICCOO, ich bin OK, alles klar”
Im gleichen Augenblick stürzte ich mit drei weitern Kameraden den Hang hinunter. Vorort hing mein Freund ca. in Augenhöhe zum Glück unversehrt im Gurtzeug und war schon dabei alle Schlaufen und Schlösser zu lösen. Ich schrie Ihn sofort an, dass er alle Verschlüsse sofort wieder schließen soll, da wir direkt an einem Abgrund standen, nach dem es fast 10m senkrecht runter ging und er genau darüber baumelte. Ich lief den Hang hinauf und sammelte alle Zurrbänder ein und wir benutzten dies um Ihn zu sichern, so dass er nicht in den Abgrund stürzen könnte. Es half alles nicht, wir mussten die Feuerwehr rufen, um Ihn und uns nicht unnötig in Gefahr zu bringen. Die Feuerwehr Neumagen war nach paar Minuten vorort und wir konnten unser Fliegerfreund sicher bergen. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei den sehr netten und Hilfsbereiten Feuerwehrleuten bedanken, welche bereits Profis im Bergen vom Drachenflieger aus den Bäumen von Neumagen sind ![]()
Am Drachen ist lediglich das Flügelrohr gebrochen und hat die kpl. Energie vernichtet was mir wieder mal den Vorteil zum Paraglider gezeigt hat.
Da sich der Wind auch um 19:30 nicht legte, baute auch ich am Start ab und fuhr nach einem Ereignisreichen Tag nachhause. Auch aus dieser Sache habe ich wieder eine Menge dazu gelernt und sehe es positiv….Rico