Am Freitag waren wir zum Windenschlepp in Oerlinghausen. Der Tag stand aber leider unter keinem guten Stern. Immer wieder sahen wir zwischendurch auf den Kalender um sicher zu sein, dass es nicht doch der 13. war. Nach Windenproblemen, fehlender Schlüssel, Betankung und Adapter, Seilriss, defektem Lepo und weitere Unwegbarkeiten endete ein Belastungstest des Schleppseils unerwarteterweise mit einer zerstörten Leiter und einem abgerissenen Dachgepäckträger. Die Details erspare ich euch. Man würde an meiner Glaubwürdigkeit zweifeln.
Am Samstag fuhr ich ohne Peer nach Vinsebeck (der hatte erst einmal die Nase voll vom Fliegen bzw. unseren verzweifelten Versuchen den Erdboden zu verlassen). Nach über zweistündiger Anreise für schwache Thermik hatte ich die Hoffnung auf ein bisschen mehr Glück als am Vortag. Nach dem ersten Schlepp standen Frosch und ich nach wenigen Minuten wieder mit der Erkenntnis auf dem Boden, dass es noch etwas zu früh war.
Als Andreas etwas später zunächst auf 1400 Meter stieg, dann wieder sehr tief sank und schließlich wieder stieg, folgten Yeti, Frosch und ich ihm in schneller Folge. Die Organisation der Schlepps und die Technik liefen reibungslos – fast … Nach dem Klinken griff ich erfolgreich nach dem ersten Bart und beim Versuch, meinen Gurt zu schließen ins Leere. Der kleine Kunststoffknopf, welcher als Griff am Ende des Zugseils für den Verschlussmechanismus des Gurtes dient, war verschwunden und das Zugseil irgendwo im Fußbereich versteckt – unerreichbar. Als es nach den ersten 200 – 300 Metern in der Thermik schließlich kalt und unbequem wurde, beschloß ich zu landen und die Sache schnell zu reparieren. Schließlich hatte ich noch die Hoffnung der Einladung von Moritz auf ein Landebier mit Rückholservice ins knapp 30 Kilometer entfernte Höxter zu folgen.
Schlepp Nr. 3 verlief ebenfalls reibungslos. Der Flug selbst verlief dann auch so reibungslos, dass sich auf den gesamten 300 Metern vom Ausklinken bis zum Boden nicht ein einziges Mal das Vario akustisch bemerkbar machte. Die Gastgleities verabschiedeten sich dann mit den aufbauenden Worten, es wäre jetzt ohnehin vorbei und es ginge sowieso nichts mehr. Es war inzwischen nach 17 Uhr und meine Hoffnungen, überhaupt noch in die Luft zu kommen schwanden beim Anblick der verwaisten Winde, deren Fahrer entweder gerade nach Hause fuhr oder in ca. 800 Meter über mir im Gelände herumflogen.
Gegen 18 Uhr hatte Frosch meinen noch immer nicht abgebauten Combat als Signal dafür gedeutet, dass ich offensichtlich noch fliegen wollte, es aber nicht konnte. Er drehte runter und als er neben mir landete, schlüpfte ich bereits in den Gurt und Frosch ins bereitstehende Auto, dass ihn zur Winde brachte (Meinen ganz besonderen Dank!). Der anschließende fast einstündige Flug brachte mich in großfächiger und ruhiger Thermik auf gut 1.000 Meter über den Startplatz und entschädigte mit einer erstklassigen Aussicht über das Flachland für die Schlepperei der vergangenen zwei Tage.
Vielen Dank an Andreas, Frosch und Yeti fürs Schleppen und den Support.
Video folgt.