Gestern war ein Tag, an dem an der Porta alles möglich war: Vom Streckenflug (140 km – Gratulation an Bernd) bis zum Garnichtfliegen und Abbauen am Startplatz.
Bei deutlichem Ost-Einschlag traf ich mich mit Peer und Ulli um 10 Uhr an der Landewiese. In Erwartung der Pilotenmassen sicherten wir uns (ganz deutsch) gleich die besten Aufbauplätze in der ersten Reihe. Ob es aber überhaupt fliegbar sein würde, war nicht sicher. Der Wind kam zum perfekten Zeitpunkt rum und wir starteten kurz hintereinander schon vor 12 Uhr raus. Am Nachmittag sind einige Piloten bei wieder östlicheren Winden leider gar nicht mehr in die Luft gekommen.
Vor uns entwickelten sich die ersten Cumuli, die uns sehr schnell bei super Steigwerten auf ca. 1.000 Meter brachten. Ulli war bereits auf der gleichen Höhe und Peer schloß rasch auf. Als ich gerade zum Wegfliegen ansetzen wollte, sah ich zu meinem Erstaunen, dass die beiden wieder nach vorn zurück zum Berg flogen und offensichtlich noch nicht auf die Streckenjagd gehen wollten. Ich folgt ihnen.
Also Bernd hochdrehte, hatte ich Ulli gerade aus den Augen verloren und Peer war auf dem Weg nach Bergkirchen. Ich selbst umflog weiträumig eine Wolke um nicht verschluckt zu werden. Etwas später fand ich mich recht tief wieder, Ulli verschwand gerade mit Bernd in Richtung Norden und Peer war irgendwo über Bergkirchen. Den nächsten Bart drehte ich bei Steigwerten von über 4m/s (das Vario bestätigte später 6,3 m/s) bis auf 1.500 Meter aus und machte mich in den ersten Wolkenfetzen auf den Weg … auf den Weg ins Blaue. Durch das Warten hatte ich offensichtlich die allerletzte Wolke erwischt. An der Porta ging es danach nicht mehr so richtig hoch … Glück gehabt.
Hinter Petershagen wo ich die letzet Thermiktankstelle nutzte, lösten sich alle optischen Hilfsmittel auf und eine Inversion schob sich zwischen mich und die Sonne. Im Gleitflug gings in merklich sinkender Luft langsam (aber viel zu schnell) Richtung Erdboden. Bei starkem Südwind und mit Hilfe eines frühen Osterfeuerrestes als Windanzeiger setzte ich gleitschirmgleich in Nendorf, gerade mal 30 Kilometer hinter dem Wiehengebirge, butterweich auf.
Ulli wurde etwa 15 Kilometer nordlich von meinem Landepunkt (irgendwo im Nichts) von Bernd abgehängt, der zwei Stunden später westlich von Hamburg den Boden berührte.
Einen besonderen Dank an Peer, der Ulli und mich zurück geholt hat und dafür selbst an der Porta blieb, obwohl zig Leute da waren, zu Fuß auf den Berg mußte, um das Auto zu holen und uns dann noch gutgelaunt aus der Landschaft sammelte, während ich neue (Tier)-Freunde fand.