Jul
03
    
Abgelegt unter (Flugbuch) von Detlev am 03-07-2010

Gestern hatte ich gleich nach dem Start mit einem riesiegen Wolkenfeld zu kämpfen, das meine anfänglich ganz gute Höhe schnell wieder zu Nichte machte. Auch Ulli war inzwischen wieder sehr tief und ich rette mich im schwachen Südostwind auf Hanghöhe vor der vorzeitigen Landung und mußte in schwachen Bärtchen erst einmal an der Porta parken, bis die Abschattung vorbeizog.

Eine gute Stunde später ging es immernoch sehr langsam aber etwas sicherer nach oben. Schon bildeten sich die nächsten hohen Schichtwolken über dem Wiehengebirge. In Richtung Norden sah es viel besser aus und ich nutzte meine 1.200 Meter um in Richtung Petershagen zu flüchten. Dort gings langsam wieder nach oben. Jedoch lag nun sowohl hinter mir als auch vor mir ein hohes Wolkenfeld, das jeden Versuch der Annäherung sofort mit absoluter Steigfreiheit abstrafte.

Ich mußte nach Westen abbiegen und dachte kurz über ein kleines Dreieck nach – zurück zur Porta? Nach wenigen Kilometern lauerte mir der Feind auf, der mich eben noch mit kleinen Cumuli lockte und zwang mich wieder Richtung Norden abzudrehen, wo sich auch tatsächlich die Steigwerte und die Flughöhen verbesserten. Ich kam jedoch nur sehr langsam voran, weil ich immer wieder auf das Wolkenloch über mir warten mußte, das sozusagen mit mir nach Norden glitt und erreichte dabei sogar einmal etwas mehr als 2.300 Meter Flughöhe.

Kurz hinter Nienburg wurde ich dann eingekreist. Außer im Osten schloß sich um mich herum die Wolkendecke. Zwar war die Schichtung deutlich dünner und die Abschattung weniger dicht – es war inzwischen aber fast 17 Uhr und die Sonne schaffte es nicht mehr, nutzbare Thermik am Boden zu erzeugen.

Ein letzter Ausreißer in Richtung Osten führte mich zwar in einen noch sonnigen Abschnitt aber brachte kein Steigen mehr. Alle Minicumuli hatten sich aufgelöst und der Himmel machte diesen typisch “friedlichen” Eindruck, den wir so fürchten. Neben einer Palettenfabrik setzte ich unter den Blicken der Mitarbeiter (zum Glück) sehr weich auf und erhielt sogleich freundliche Unterstützung. Meinen Atos durfte ich über Nacht in den sicheren Hallen einschließen.

Hier der Flug im Detail >

Vielen Dank an Gerd fürs Hochziehen und an Matthias für die Starthilfe.

Hier ein paar Szenen von Unterwegs … leider hat der Akku nicht bis zur Landung gehalten.


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    3 Kommentare geschrieben zu "Auf der Flucht!"
    Robin am 3. Juli 2010 um 12:17 Uhr

    ich glaub wir müssen mal ein Wörtchen über Gleichberechtigung sprechen ;-)

    Micha K. am 4. Juli 2010 um 12:52 Uhr

    Gratuliere zu diesem Flug. Schön das du ihn auch so im detail im DHV XC abgedruckt hast. War der starre wohl doch die richtige zusätzliche entscheidung. Und es war ja noch ne ganze ecke hinter nienburg, wo du gelandet bist. Wo sind die anderen geblieben ?? Grüsse von Micha

    www.flightblog.de am 23. April 2011 um 05:58 Uhr

    Auf der flucht.. Nifty :)

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