Gestern hielt es mich gegen 14 Uhr nicht mehr am Schreibtisch. Das Wetter sah vielversprechend aus und der Wind drohte mehr und mehr auf West zu drehen. Werner und Hans waren schon mittags gestartet und Hans hatte sich bereits auf die Streckenjagd begeben, als ich auf der Landewiese ankam.
Am Start angekommen, sah ich mich allein mit zwei jungen Wanderern, die ich sogleich zu Starthelfern beförderte. Der Wind stand noch gut drauf und die Ablösungen, die am Berg hinaufrauschten beschleunigten den Windmesser auf bis zu 35 km/h.
Die ersten 15 Minuten parkte ich im Aufwindband und wartete eine riesige Abschattung ab, bis sich brauchbare Thermik finden ließ. Durch den immer mehr zunehmenden und auf West drehenden Wind, zerrissen die Ablösungen aber zu brutal turbulenten Fetzen, die mich beim Auskurbeln mehrmals fast überschlagen hätten.

Als ich endlich einen vernünftigen Bart erwischt hatte und vor der Entscheidung stand, mich weit über Minden versetzen zu lassen und somit weg zu fliegen, sah ich weit unter mir auf dem Parkplatz, dass Hans gerade sein Auto abholte – er also nicht all zu weit geflogen sein konnte. Damit stand der Entschluß fest, vor Ort zu bleiben. Hans berichtete später, dass er noch in 300 Metern plötzlich schwerelos gewesen sein – so turbulent hat es ihn und seinen Starrflügler gebeutelt.
Nach fast 1,5 Stunden flog ich landen und setzte im kräftigen Wind sehr sanft, aber nach 1,5 Jahren mal wieder auf den Knien auf. Wenn es bei dem Schnitt bleibt, ist das OK. Etwas befremdlich war die Situation, ausnahmsweise ganz allein auf der Wiese abzubauen.