Tja. Der Tag sah viel besser aus, als das, was ich schließlich daraus gemacht habe. Trotz gemeldeter 230 Grad und 20 km/h Wind saßen Helmut und Reinhold gelangweilt auf der Rampe, als ich auf dem Berg ankam. Ich war wieder der Windanzeiger-Lüge aufgesessen. Bei über 240 Grad liefert er keine verläßlichen Werte, weil der Wind dann verwirbelt durch die Schneise bläst. Das bedeutet, dass er die tatsächlich teilweise vorherrschenden 250 und 260 Grad gar nicht messen konnte und auch die deutlich höheren Windspitzen nicht melden konnte.
Also warten.
Als der Wind (wie versprochen) rum kam und wieder bequeme 230 Grad angezeigt wurden, hatte er aber soweit abgenommen, dass die kräftig durchziehende Thermik das zarte Lüftchen zeitweise sogar vom Berg weg sog. In seltenen kurzen Phasen gelang es zunächst Helmut und deutlich später auch Reinhold, sich so lange am Hang zu halten, bis sie den Einstieg in einen kräftigen Bart erwischt hatten. Jeder Zweite allerdings (das waren Anderas und ich), stand nach wenigen Minuten erfolglos am Boden. Wenn man nicht gern lange auf der Rampe steht, treibt einen halt die Ungeduld vorzeitig auf die Landewiese.
Erst ca. 45 nach meiner Landung setzte sich der schwache überregionale Wind langsam durch. Nach langem Warten auf der Rampe war Peer und Sven dann noch ein schöner Abendflug möglich, den sie bis zum letzten Windhauch auskosteten.
Heute und morgen werden die Bedingungen ähnlich sein. Mal sehen, ob ich die Zeit finde …