Das Wetter gestern war leider nicht, was der Bericht vorhergesagt hat. Trotzdem stand ich startklar um 11:30 auf der Rampe in Neumagen bei 15er Wind. Der Wind reichte gerade um ca. 100m Startüberhöhung zu erfliegen. Leider war es total bewölkt, so dass auch keine thermischen Phasen dabei waren. Ich wollte aber so früh starten, da es schon etwas nach Regen aussah und mir ein Pilot als ich ankam erzählte, dass es schon zuvor etwas geregnet hatte. Nach ca. 30min. Flug gab es auch einen kleinen Schauer, welche ich aber als harmlos einschätzte und sah, dass der Himmel sich wieder aufhellte. Ich flog also weiter und kurz danach bekam ich wieder an der gleichen Stelle wie damals Besuch von zwei Bussarden und ich genoss es einfach mit ihnen zu fliegen.
Plötzlich hörte ich ein gewaltiges Segelflattern, was sich aber als Hubschrauber, welcher ca. 150m schräg unter mir irgendein Zeug auf die Weinreben sprühte, herausstellte. War schon komisch, über einem Hubschrauber zu fliegen.
Nach einer Stunde Flug entschloss ich mich zur Landung. Leider kam ich zu hoch an und landetet anstatt im gemähten Teilstück der Wiese im hohen Gras. Von oben sah das Gras gar nicht so hoch aus, kurz vorm aufsetzen sah ich jedoch, dass es ca. einen Meter hoch war. Es kam wie es kommen sollte. Ich drückte zu spät, das Gras wickelte sich um die Basis und der Drachen ging auf die Nase. Ich ließ sofort die Hände los um durchzupendeln und prallte mit dem Helm gegen die Kielstange und verspürte beim zusammenrollen einen großen Schmerz im Brustwirbelbereich. Verdammte Kacke dachte ich, jetzt mach ich nach so vielen Flügen einen solchen blöden Fehler. Naja, wenigsten ließ ich direkt die Hände los um durchzupendeln. Ich baute unter Rückenschmerzen den Drachen ab und fuhr sicherheitshalber beim Arzt vorbei, der aber zum Glück Entwarnung gab. Lediglich geprellt und verspannte Muskulatur. Der Arzt war so fasziniert, dass er mich bat die Internetadresse des Vereins und der Flugschule aufzuschreiben. Vielleicht hat Helmut (Drachenflugschule Saar) dadurch einen neuen Flugschüler zu verbuchen – warten wir mal ab. Abends masierte mich meine Frau ausgiebig und rieb mich mit Voltaren ein, so dass es heute schon besser ist. Gestern war ich schon sehr enttäuscht, heute sehe ich es aber als positive Erfahrung, im hohen Gras beherzter rauszudrücken oder in solchen Fällen die Landevolte etwas tiefer anzusetzen….Gruß, Rico