Mai
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Abgelegt unter (Allgemein, Flugbuch, Neustart) von admin am 13-05-2007

13.05.2007 | OK, mein Arzt hatte es mir eigentlich für noch mindestens 3 Wochen verboten – aber heute hatten wir schönen Südwest-Wind und ich konnte nicht mehr still sitzen. Als erster (trotz einstündiger Anreise) war ich an der Porta und wartete nervös an der Landewiese auf die ersten Piloten des DCW.

Jürgen Nagel war der erste Drachenflieger, der mir folgte und wir fuhren zusammen auf den Berg. Viele andere trudelten in kurzer Folge am Startplatz ein und ich stellte mich den meisten erst einmal vor. Dass ich 20 Jahre pausiert hatte verriet ich, nicht aber, dass dies mein erster Start mit neuem Drachen, Gurzeug, Vario … und der erste Start außerhalb des Übungshanges und mit anspruchsvollerem Gerät als dem Bergfalken sein sollte.

Die Piloten und das gesamte Umfeld an der Porta ist wirklich grandios. Das muß ich an dieser Stelle einfach mal sagen. Unter Fliegern ist das “Betriebsklima” zwar immer recht gut, aber hier wurde ich wirklich sehr herzlich aufgenommen und fühlte mich gleich sehr wohl!

Dann ging alles sehr schnell. Etwas angespannt stand ich auf der Rampe, lief los (das Bein hielt) und PENG!, da war es wieder. Als wäre ich gestern zuletzt mit meinem “Hermes” hier gewesen. Jeder Bewegung, jeder Griff, jede Kurve … alles war so vertraut. Ohne darüber nachzudenken waren meine Beine im Gurt verschwunden, der Reißverschluß zugezogen, die ersten Kurven gedreht und als ich “wach” wurde, flog ich bereits 250 Meter hoch über den Startplatz.

Nach knapp einer Stunde stand ich glücklich auf der Landewiese und hatte (das klingt jetzt kitschig, aber es war so) Tränen in den Augen. OK, die Landung war gut, aber für mein Bein nicht weich genug. Die noch nicht richtig verheilten Muskelfasern waren durch das Abfangen wieder gerissen. Aber das gab ich nur als Grund vor. Tatsächlich waren es Freudentränen.

Nach 20 Jahren bin ich wieder so richtig in die Luft gegangen! 20 Jahre habe ich darauf gewartet, bin nachts aufgewacht, weil ich vom Fliegen geträumt hatte (Nur in Träumen kann man das “echte” Fluggefühl nacherleben, wenn man es vorher kannte.), hatte schon fast aufgehört, davon zu erzählen, weil ich niemanden mehr hatte, der mich noch als Piloten kannte… Irre!

Auf dem Abbauplatz traf ich dann noch Martin Wurm, den ich vor fast genau einem Monat in Westerenger beim Windenschlepp kennengelernt hatte. Er staunte nicht schlecht. Schließlich hatte er mich hier erst im Herbst erwartet …

Ich bin wieder da! Damit werde ich die Rubrik “Neustart” abschließen.


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Kommentare:
1 Kommentar geschrieben zu "Ich bin wieder da!"
Max am 14. Oktober 2007 um 19:12 Uhr

Mir läuft die Gänsehaut den Buckel runter. Sehr ergreifend geschrieben!

P.S.: Ich hatte am 1. Mai dieses Jahr dieses Jahres ebenfalls einen Muskelriss im Unterschenkel, ich spüre an der Stelle noch immer des öfteren in der Früh beim Aufstehen ein dumpfes Gefühl, als wäre etwas im Fuß verhärtet.

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