Nicht nur wegen meines schwergewichtigen Schwiegervaters, für den ich am Abend noch eine Mitfluggelegenheit im Trike organisieren konnte, herrschte gestern sozusagen “dicke Luft” an der Porta.
Selten hatte sich eine brauchbare “Porta-Wetterlage” so lange angekündigt, wie in der vergangenen Woche. Das zeigte sich dann gestern schon recht früh am Aufbauplatz und später auch in der Luft: Es wurde ganz schön eng.
Zeitweise düsten ca. 10 – 15 Drachen und einige Segelflugzeuge auf nahezu der selben Höhe im Hangaufwind herum. Erst nach dem Einsetzen brauchbarer Thermik gegen 13.30 Uhr breitete sich die “Drachensuppe” auch vertikal aus und es wurde weniger stressig. Einige Kollegen kommen anscheinend ohne Ampeln nicht so gut mit den Verkehrsregeln zurecht …
Nach bereits 2 Stunden Flug- und Ausweichzeit habe ich mich dann nach Westen in Richtung Bergkirchen verdrückt, wo Ulli bereits ganz allein seine Runden drehte. Thorsten und Bernd hatten die gleiche Idee. Über Bergkirchen geriet ich plötzlich in verdammt schnell sinkende Luft. Die ohnehin recht niedrige Startüberhöhung war schnell zerstört und der Rückweg war durch den Ort und den Waldstreifen in Richtung Weser abgeschnitten. Ich suchte mir eine Notlandewiese und zog den Reißverschluss des Gurzeuges auf. Über den Dächern beutelte es mich in niedriger Höhe so derbe zurecht, dass ich mich schon auf eine böse Bruchlandung einstellte (Ja, ja, ja … nichts Außergewöhnliches
). Die Notlandewiese stellte sich dann glücklicherweise als kleine aber kräftige Thermikquelle heraus, die mich in wenigen engen Kreisen wieder zurück ins Spiel brachte. Puuuuh!
Wieder zurück in Startplatznähe ging es dann noch recht gut. Bei knapp 600 Metern über Start war aber für mich jeweils Schluß, weil ich mich im auffrischenden Wind nicht noch weiter versetzen lassen wollte. Nach fast 4 Stunden Flugzeit stetzte ich dann gewohnt unsanft, erschöpft (ich hatte mein Camelbag vergessen) aber glücklich auf und freute mich auf ein leckeres Alster.