Jun
30
    
Abgelegt unter (1981 - 1987) von Detlev am 30-06-2007

Als ich kürzlich meine Mutter besuchte, habe ich im Keller ein altes Fotoalbum wieder gefunden, dass, dank der Fotorgrafierwut meines Vaters, meine gesamte Flugausbildung dokumentiert. Die Bilder hab’ ich nun mal alle gescannt und als separates Album in >Fotos< abgelegt.

Hier ein paar Worte dazu:

Im Herbst 1981 begann ich mit den ersten Laufübungen in der Drachenflugschule von Elmar Müller im Sauerland. Ich schreibe hier absichtlich von “Laufübungen”, denn mit dem Fliegen oder Flugübungen hatte das zunächst wenig zu tun (Hat mal jemand von den jüngeren Piloten versucht, einen “Bergfex” in die Luft zu bekommen?).

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Mit entschlossenem Blick, ‘ner alten Jeans und zu kleinem Helm rennt klein Detlev (damals gerade 15) den Hügel hinab. Dann rutscht er zunächst auf den Knien, dann auf dem Bauch die restlichen 30 bis 40 Meter hinab und bleibt schließlich zu Füßen des mit einem Megaphon durch den Wald brüllenden Fluglehrers (“Laufen, laufen, laufen…!”) liegen und faltet sich wieder einmal aus dem Dreck.

flugschule_12.jpgDeprimiert schleppt er den “Bergfex” wieder den Berg hinauf, um ihn dem nächsten Flugschüler für eine Rutschpartie zur Verfügung zu stellen. Auf halbem Weg hört er hinter sich schon wieder das durch das gesamte Sauerland hallende “Laufen, laufen, laufen…!” des Fluglehrers und anschließend das Geräusch von flatternd auf Aluminiumrohre schlagendem Segeltuch, gefolgt von dem finalen Ausruf “MIST!” des soeben “gelandeten” Flugschülers.

flugschule_17.jpgIrgendwann haben klein Detlev und die anderen Flugschüler es dann doch (zumindest gelegentlich) hinbekommen, denn Rogallo planmäßig abheben zu lassen. Auf, zum nächsten Gerät, dem “Bergfalken”.

Das war schon richtiges Fliegen. Gibt es eigentlich diese “Hängegurte” noch? Oder waren es auch damals schon nur umgeklöppelte Bergsteigergurte?

Stufe 3: Der “Hochleister”
Nachdem klein Detlev den L-Schein besaß, durfte er erstmals den Hochleistungsdrachen “Superfex” seines Vaters ausprobieren (immer noch mit diesem albernen Hängegurt, der alten Jeans und dem zu kleinen Helm). Was für ein Erlebnis! Was folgte, war (endlich) die Umstellung auf das Fliegen im Liegegurt. Klein Detlevs Vater flog bis dahin vorzugsweise in der sitzenden Position, was für Detlev langfristig überhaupt nicht in Frage kam. Diese Altherren-Haltung ging gar nicht!

Ein neues, größeres Trapez samt Unterverspannung wurde montiert und los ging’s. Sah doch gleich ganz anders aus.

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Mit dem L-Schein in der Tasche, dem Liegegurt, einem schneidigen orangefarbenen Overall und dem immernoch zu kleinen Helm fuhr klein Detlev dann im Februar 1982 zum Brunsberg (Höxter/Godelheim), der fortan zu seinem Hausberg werden sollte.

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Wenn die Haare nicht so blöd lang gewesen wären, hätte der Helm vielleicht passen können.

Der “Superfex” hatte eine derart gute Leistung, das man mit ihm aus 220 Metern Höhe mit nur einem kleine “S” oder alternativ (wenn man hoch genug ankam) einem Vollkreis, bis genau zu Landewiese kam! Man brauchte sich über eine Landeeinteilung quasi keine Gedanken zu machen.

Quizfrage:
Hatte ein Bergfex schon Segellatten?
Antwort: Ja, 2 Halbe:
bergfex.jpg


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Kommentare:
2 Kommentare geschrieben zu "Als der Flieger laufen lernte …"
Peer am 30. Juni 2007 um 22:09 Uhr

Schöne Bilder !! Wir hatten immerhin noch nen Superfex am Übungshang ;-) Wetterbericht sieht gut aus für morgen – juhu !!

Christina und Olli am 1. Juli 2007 um 22:16 Uhr

Hallo,

sehr schöne Seite und sehr spaßig geschrieben, amüsieren uns gerade über die Bilder! ;-)
Vielen Dank nochmal für Kaffee, Kuchen und Pizza und einen schönen Start in die Woche wünschen
Christina und Olli

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